Transparenzerklärung im Rahmen des Modern Slavery Act

Einführung

Sklaverei, Zwangsarbeit und Menschenhandel gibt es in allen Regionen und Industrien. Die Internationale Arbeitsorganisation geht davon aus, dass 21 Millionen Menschen weltweit Opfer von Zwangsarbeit sind.

Hunter Boot Limited und seine angeschlossenen Konzerngesellschaften (nachfolgend „Hunter“) setzen sich für die Einhaltung und den Schutz der Menschenrechte für alle Mitarbeiter in unserer Lieferkette und in unserem Unternehmen ein. Wir tolerieren keine Form von moderner Sklaverei oder Menschenhandel in unserem Unternehmen oder in unserer Lieferkette.

Diese Erklärung wurde in Übereinstimmung mit dem Modern Slavery Act 2015 veröffentlicht. Sie erklärt die Schritte, die wir unternommen haben, um moderne Sklaverei in unserem Unternehmen und in unserer Lieferkette im Jahr bis zum 31. Dezember 2016 zu verhindern.

Unser Unternehmen

Hunter wurde im Jahr 1856 gegründet und ist eine moderne britische Marke mit großer Tradition. Weithin bekannt sind wir für unsere kultverdächtigen Original Gummistiefel. Hunter ist stolz darauf, mit zwei Royal Warrants of Appointment als Hoflieferant ausgezeichnet worden zu sein, für Her Majesty the Queen und His Royal Highness The Duke of Edinburgh. Wir designen eine große Palette an Produkten wie Schuhe, Oberbekleidung, Taschen und Accessoires.

Wir sind ein privates Unternehmen mit zwei Hauptaktionären. Das Private Equity Unternehmen Searchlight Capital Partners hält seit 2012 einen Mehrheitsanteil. Die Pentland Group, das globale Brand-Management-Unternehmen für Sport und Mode, ist seit 2007 Aktionär.

Hunter ist in Großbritannien ansässig und unterhält Büros in London, Edinburgh, New York, Shenzhen, Tokio und Düsseldorf. Wir besitzen und betreiben zwei Geschäfte in Großbritannien, zwei in Japan und eines in den USA. Wir beschäftigen über 270 Mitarbeiter.

Wir designen unsere Produkte zweimal jährlich für die Frühling/Sommer- und die Herbst/Winter-Saison. Unsere Produkte werden von unseren Teams in Großbritannien und in China entwickelt, in den Zulieferwerken weltweit hergestellt und an Drittvertriebspartner in Großbritannien, den USA, Kanada und Japan versandt. Unser Unternehmen verkauft seine Produkte auf internationaler Ebene über ein Netzwerk sorgfältig ausgewählter Händler und Vertretungen sowie über unsere eigenen Einzelhandelsgeschäfte und E-Commerce-Websites direkt an die Kunden.

Unsere Lieferkette

Wir verfügen über zwei Hauptkategorien von Lieferanten:

  • Serienlieferanten, die an der Beschaffung und Herstellung unserer Produkte beteiligt sind.
  • Logistik- und operative Anbieter, die Dienstleistungen wie Versand und Transport, Lagerhallen und Büroreinigung anbieten.

Unsere Produkte werden in 32 Fabriken in China, Vietnam, Großbritannien, Italien, der Türkei, Indien und Indonesien hergestellt. Das sind unsere Tier-1-Zulieferer, d. h. Unternehmen, mit denen wir eine direkte Vertragsbeziehung unterhalten. Ungefähr 9.000 Arbeiter sind in der Herstellung unserer Produkte in diesen Fabriken involviert.

Tier-2-Anbieter liefern Rohmaterialien, Komponenten und Dienstleistungen, die bei der Herstellung unserer Produkte verwendet werden. Dazu zählen Kautschuk-Plantagen, Komponentenlieferanten, Stofffabriken, Wäschereien, Druckereien und Verpackungsanbieter. Die Mehrheit der Tier-2-Zulieferer stehen direkt mit einem Tier-1-Zuflieferer oder über einen Vertreter unter Vertrag. Wir unterhalten nur mit wenigen Tier-2-Zulieferern eine direkte Vertragsbeziehung.

Unser Verhaltenskodex und unsere Unternehmenspolitik

Unser Verhaltenskodex legt die Richtlinien hinsichtlich Menschenrechte und sicherer und fairer Arbeitsbedingungen dar, die von unseren Tier-1-Zulieferern eingehalten werden müssen. Er basiert auf internationalen Standards wie den Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation. Er beinhaltet unsere Anforderung, dass Beschäftigung frei gewählt werden muss. Tier-1-Zulieferer dürfen keine Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft oder unfreiwillige Beschäftigung von Häftlingen betreiben, und von den Arbeitern darf nicht verlangt werden, dass sie Kaution, Ausweispapiere oder andere Sicherheiten bei ihrem Arbeitgeber hinterlegen, und es steht ihnen frei, ihre Arbeitsstelle nach angemessener Kündigungsfrist aufzugeben. Unser Verhaltenskodex ist in den jeweiligen Landessprachen verfügbar, in denen wir Tier-1-Zulieferer haben.

Unser Verhaltenskodex wird von einer Reihe von Richtlinien unterstützt. Dazu gehört unsere Unterauftragsvergabe-Richtlinie, die vorsieht, dass Tier-1-Zulieferer jedwede Unterauftragsvergabe-Verfahren von Hunter genehmigen lassen müssen und auf Verlangen Tier-2-Zulieferer-Informationen offenlegen müssen. Unsere Transparenz-Richtlinie bei der Audit-Politik verlangt von den Werken, Hunter alle wahrheitsgemäßen und vollständigen Aufzeichnungen von Audits über ethischen Handel zur Verfügung zu stellen.

Unsere Richtlinien über ethischen Handel einschließlich unseres Verhaltenskodex, unsere Unterauftragsvergabe-Richtlinie und unsere Audit-Transparenz-Richtlinie sind in unseren rechtlichen Dienstleistungsverträgen (unseren Zuliefererverträgen), unseren Zulieferer-Handbüchern und unseren Revisionsunterlagen enthalten. Tier-1-Zulieferer müssen unsere in unseren Richtlinien über ethischen Handel dargelegten Standards einhalten und angemessene Aufzeichnungen führen, um dies belegen zu können.

Darüber hinaus verfügen wir über eine Reihe von Richtlinien zum Schutz und zur Förderung der Menschenrechte unserer eigenen Mitarbeiter. Diese umfassen unseren Verhaltenskodex und Richtlinien in den Bereichen Chancengleichheit und Würde bei der Arbeit, Anti-Mobbing und Bekämpfung sexueller Belästigung, Arbeitsschutzvorschriften, Elternzeit, Arbeitszeit und Whistleblowing.

Verwaltungsverfahren

<pMenschenrechte, einschließlich moderne Sklaverei, sind in unsere Verwaltungsverfahren und unsere Programme über ethischen Handel integriert. Unser Vorstand und unsere Hauptaktionäre bewerten regelmäßig die umwelttechnischen, sozialen oder verwaltungstechnischen Risiken für das Geschäft, wie Risiken für Menschenrechte und Risiken moderner Sklaverei in unserer Lieferkette. Der Vorstand prüft vierteljährlich unseren Fortschritt sowie etwaige bedeutende Fälle der Nichteinhaltung unserer Richtlinien über den ethischen Handel und wie sie geregelt werden.

Unser Corporate Responsibility Manager ist für das tägliche Management von Anliegen beim ethischen Handel zuständig. Die Aspekte des ethischen Handels werden in das Überprüfungsverfahren unserer Zulieferer zusammen mit Faktoren wie Preis, Qualität und Zuverlässigkeit integriert, wenn wir die Leistung eines Werks bewerten. Unsere Teams in den Bereichen Corporate Responsibility, Beschaffung, Qualität und Produktion kommen einmal im Monat zusammen, um die Zulieferer-Leistungen zu prüfen und etwaige Probleme des ethischen Handels zu erörtern. Die bei unseren Zulieferern identifizierten kritischen Punkte werden alle 14 Tage an unseren Global Operations Director gemeldet.

Bewertung des Risikos im Bereich moderner Sklaverei

Wir haben in Bezug auf unseren eigenen Betrieb und unsere Tier-1-Zulieferer eine interne Risikobewertung durchgeführt. Basierend auf dieser Bewertung sind wir der Meinung, dass das Risiko moderner Sklaverei für unsere Arbeitnehmer sehr gering ist. Bei unserer Lieferkette besteht ein größeres Risiko für moderne Sklaverei. Dieser Risikobewertung haben wir Faktoren wie Art des gelieferten Produkts oder der Dienstleistung und geografischer Ort des Zulieferers zugrunde gelegt.

Wir haben eine Reihe potenzieller Risikofaktoren für moderne Sklaverei identifiziert, unter anderem:

  • Die Beschäftigung von Wanderarbeitern, insbesondere von ausländischen Wanderarbeitern, die möglicherweise anfälliger für ungleiche Arbeitsbedingungen, Einstellung unter falschen Vorwänden oder Zwangsanwerbung wie Menschenhandel, Schuldknechtschaft und Aufenthaltsbeschränkungen sind;
  • Werke mit unvollständigen oder ungenauen Aufzeichnungen, die darauf hinweisen können, dass sie Löhne zurückhalten oder von den Arbeitnehmern verlangen, übermäßige Überstunden zu leisten; und
  • Unzureichende HR-Managementpraktiken wie das Fehlen klarer Richtlinien und Verfahren.

Wir gehen davon aus, dass bei den Tier-2-Zulieferern, deren HR-Managementpraktiken und Einstellungssysteme unter Umständen weniger gut entwickelt sind, das Risiko des Vorkommens moderner Sklaverei höher ist. Bei diesen Zulieferern handelt es sich häufig um kleine Unternehmen, die noch nie zuvor die Anforderungen des ethischen Handels von Weltmarken wie Hunter erfüllen mussten. Überdies haben wir Rohstoff-Zulieferer identifiziert, wie Kautschuk-Plantagen, die ein höheres Risiko für moderne Sklaverei darstellen.

Due-Diligence-Prüfungen und Zulieferer-Audits

Wir sind bestrebt, Tier-1-Zulieferer auszuwählen, die sich nachdrücklich unseren ethischen Standards verpflichten, und wir arbeiten mit Tier-1-Zulieferern zusammen, um die Praktiken unserer Lieferkette zu verbessern.

Due-Diligence-Prüfungen in Bezug auf moderne Sklaverei sind in unseren Programmen für den ethischen Handel enthalten, einschließlich vertraglicher Anforderungen und regelmäßiger Prüfungen. Unsere Programme für den ethischen Handel konzentrieren sich gegenwärtig auf unsere Tier-1-Serienlieferanten, die die Mehrheit unserer Ausgaben ausmachen und mit unserer Marke am engsten verbunden sind. Wir möchten diesen Schwerpunkt ausweiten, um sicherzustellen, dass Sklaverei und Menschenhandel in unserer Lieferkette nicht stattfinden, unabhängig von den möglichen Auswirkungen auf unsere Marke.

Alle Tier-1-Serienlieferanten müssen diese grundlegenden Standards in unserem Verhaltenskodex einhalten, bevor wir mit ihnen arbeiten. Wir arbeiten nicht mit Zulieferern zusammen, die wesentliche Punkte unseres Verhaltenskodex nicht einhalten, wie Kinderarbeit oder moderne Sklaverei. Wir erklären potenziellen neuen Zulieferern unsere Anforderungen für ethischen Handel, und wir beauftragen eine unabhängige Prüfung durch Dritte, um die Einhaltung unseres Verhaltenskodex vor der Vertragsunterzeichnung zu bestätigen.

Alle Tier-1-Serienlieferanten durchlaufen Prüfungen von Dritten mindestens einmal im Jahr, um die fortwährende Befolgung unserer Standards zu bestätigen. Wir arbeiten mit den Zulieferern zusammen, um die Standards gegebenenfalls durch Schulungen und Abhilfemaßnahmen zu verbessern.

Angesichts der Tatsache, dass die Risiken für die Menschenrechte weiter unten in der Lieferkette höher sein können, haben wir unsere Tier-2-Serienlieferkette ausgearbeitet und unsere wichtigsten Tier-2-Zulieferer identifiziert. Dazu zählen Kautschuk-Plantagen, Werke, die Bestandteile unseres Original Gummistiefels herstellen, Zulieferer, die Teile herstellen, die von mehreren Fabriken zur Herstellung unserer Produkte verwendet werden, Stofflieferanten und Tier-2-Zulieferer, mit denen wir eine direkte Geschäftsbeziehung unterhalten.

Wir kommunizieren unsere Anforderungen direkt an diese wichtigen Tier-2-Zulieferer, einschließlich über Besuche und von Dritten durchgeführte Prüfungen in Bezug auf ethischen Handel. Wir kommunizieren die Prüfungsergebnisse an die Tier-2-Zulieferer und die relevanten Tier-1-Zulieferer oder Vertreter und verlangen von Ihnen, kritische oder wichtige Verfehlungen zu beheben.

Wir haben unsere Verfahren in Bezug auf den Modern Slavery Act verstärkt und eine neue Prüfmethodologie für die Vergabe von Unteraufträgen für Tier-2-Zulieferer eingeführt, die auf hohes Risiko und kritische Probleme fokussiert ist, wie die Beschäftigung von Wanderarbeitern. Unsere Methodologie basiert auf Richtlinien von Verité (eine globale NRO, die darauf abzielt, den Missbrauch von Arbeitern und Menschenrechten in Lieferketten zu eliminieren) und Stronger Together (eine Initiative mehrerer Interessensgruppen, die auf moderne Sklaverei und die Ausbeutung von Arbeitern fokussiert ist) und ist darauf ausgerichtet, Zulieferer dabei zu unterstützen, ihre Arbeitsplatzstandards zu verbessern.

Wenn wir eine Nichtbefolgung unserer Richtlinien feststellen, arbeiten wir mit den Zulieferern zusammen, um die Standards zu verbessern. Dazu gehört beispielsweise die Bereitstellung von Unterstützung durch externe Experten, um den Zulieferern dabei zu helfen, ihre Strategien und Verfahren zu verbessern. Wir haben sieben unserer Tier-1-Zulieferer und zwei der Tier-2-Zulieferer 2016 unterstützt. Wir verwenden unsere regelmäßigen Prüfungen, um zu bestätigen, dass die Zulieferer die identifizierten Probleme behoben haben. Jedwede schwerwiegende oder dauerhafte Nichtbefolgung würde dazu führen, dass die Geschäftsbeziehung mit dem Zulieferer beendet wird.

Training unserer Mitarbeiter

Wir schulen unsere Mitarbeiter in Bezug auf unsere Verpflichtung zu ethischem Handel und Menschenrechten, wie dem Risiko von moderner Sklaverei in Lieferketten. Wir sind bestrebt, eine Kultur zu bewahren, die Vorfälle von Sklaverei und Ausbeutung nicht toleriert. Neu eingestellte Mitarbeiter in unseren Büros und Geschäften in London, Edinburgh und New York durchlaufen eine mehrstündige Einführungsveranstaltung über ethischen Handel und die Risiken moderner Sklaverei.

Wir haben eine tiefergehende Trainingseinheit über moderne Sklaverei eingeführt, die Fallstudien, Tools und Ressourcen umfasst. Dabei werden wichtige Aspekte einer neuen Trainingseinheit über moderne Sklaverei miteinbezogen, die von einer Reihe von Bekleidungs-, Schuh- und Einzelhandelsunternehmen mit der Unterstützung von Verité entwickelt wurde. Unsere Teammitglieder im Design, in der Beschaffung, in der Produktentwicklung und in der Produktion (die unsere Werke regelmäßig besuchen) wurden 2016 geschult und durchliefen 2017 Update-Sessions. Unser neues Beschaffungsteam in Asien wurde 2017 eingestellt und absolvierte die Schulung zu moderner Sklaverei im Rahmen seines Einführungstrainings.

Die Effektivität unseres Ansatzes

Wir haben keinerlei Fälle moderner Sklaverei in unserer Lieferkette identifiziert. Wir haben drei Fälle bei unseren Tier-1-Zulieferern in Bezug auf die Zurückhaltung eines Teils der Löhne oder verspätete Bezahlung von Löhnen festgestellt. Wir sind diesen Fällen zusammen mit den betroffenen Werken sofort nachgegangen, und die Verletzungen unserer Richtlinien wurden vollständig behoben.

Diese Erklärung wurden vom Vorstand von Hunter Boot Limited genehmigt.

Gezeichnet von

Vincent Wauters
Chief Executive Officer
Hunter Boot Limited
Juni 2017